Obstbaumschnitt in Theorie und Praxis
13.03.2026, 13:00 Uhr
15 Landfrauen, 4 Gäste, darunter 3 Männer, trafen sich in der Alten Schule in Marxen, um mehr über die richtige Pflege von Obstbäumen zu erfahren. Referent des Nachmittags war der Kiekeberg-Gärtner Matthias Schuh, der das Thema Obstbaumschnitt anhand der Fragen Warum? Wann? Womit? Wie? sehr informativ, locker und zugleich umfassend erläuterte. Dabei bezog er die Teilnehmenden immer wieder aktiv mit ein.
Schnell wurde deutlich, dass es beim Schnitt von Obstgehölzen nicht nur um einen guten Ertrag geht. Ebenso wichtig sind die Gesunderhaltung der Bäume und ihr Habitus, also die äußere Wuchsform. Die meisten Obstbäume werden geschnitten, wenn der Winter endet und die Haselnuss blüht. Steinobst kann dagegen auch im Sommer direkt nach der Ernte geschnitten werden, während der Pfirsich seinen Schnitt eher Ende März oder Anfang April erhält. Beim Walnussbaum ist ein Winterschnitt zu vermeiden, da er zum „Ausbluten“ neigt – hier empfiehlt sich ein Schnitt von Mai bis September. Die Feige hingegen kann im März kräftig zurückgeschnitten werden, da sie am diesjährigen Holz trägt.
Auch die passenden Werkzeuge durften nicht fehlen: Verschiedene Scheren, eine Rebschere sowie eine Klappsäge machten die Runde, sodass jede und jeder ausprobieren konnte, welches Werkzeug gut in der Hand liegt. Matthias Schuh empfahl zudem einen Weißanstrich für Obstbäume. Dieser schützt vor Frostrissen, Frostschäden und starken Temperaturschwankungen. Der verwendete Kalk fällt mit der Zeit zu Boden und wirkt dort zusätzlich bodenverbessernd, was besonders bei häufig zu sauren Böden hilfreich ist. Ebenso stärkend für den Baum ist Kompost oder Hornspäne, die auf der freigelegten Baumscheibe verteilt werden.
Im Mittelpunkt stand schließlich der eigentliche Obstbaumschnitt. Ziel ist eine gesunde, lichtdurchflutete Krone – so locker aufgebaut, dass man sprichwörtlich einen Hut hindurchwerfen kann. Im Inneren der Krone sollten daher zu dicht stehende oder nach innen wachsende Äste entfernt werden. Dadurch verbessern sich Belichtung und Belüftung, die Fruchtbildung wird angeregt und Pilzkrankheiten wird vorgebeugt. Zu viele sogenannte Wasserschosse entstehen häufig als Reaktion auf einen zu starken Rückschnitt. Als Faustregel gilt außerdem, dass maximal etwa 25 Prozent der Astmasse entfernt werden sollten. Bei neu gepflanzten Obstbäumen hingegen darf die Krone zunächst stärker ausgelichtet werden – hier wird oft fast die Hälfte der Triebe entfernt.
Zum Abschluss ging es nach draußen auf einen Feldweg mit Obstbäumen in Marxen. Trotz Regen ließ es sich Matthias Schuh nicht nehmen, den richtigen Schnitt direkt am Baum zu demonstrieren. Bevor die Schere angesetzt wird, so sein Rat, sollte man sich den Baum zunächst genau ansehen und überlegen, welche Maßnahmen für diesen speziellen Baum sinnvoll sind – und wie er idealerweise im nächsten Jahr aussehen soll.
Ein lehrreicher Nachmittag, der Theorie und Praxis anschaulich miteinander verband und viele neue Erkenntnisse rund um den Obstbaumschnitt vermittelte. (Kirsten J.)







